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Schule, Kirche & Leben - ein Update

Autor: AnnikaW | Datum: 01 Mai 2018, 05:44 | 0 Kommentare

Hallo ihr Lieben,

mir tut es aufrichtig leid, dass mein letzter Blogeintrag nun doch schon so lange zurückliegt, aber die Zeit ist einfach geflogen wie nur was - ganz verrückte Sache! Aber das ändert auch nichts daran, dass ich euch natürlich ein Update über mein Leben hier in Malang schuldig bin.

Also, in meinem ganz normalen Arbeitsalltag unterrichte ich nach wie vor an der Grundschule Ngaglik die erste bis sechste Klasse in Englisch. Außerdem fülle ich Vertretungsstunden sollte mal eine Klasse ohne Lehrkraft sein, was aufgrund des Lehrermangels an der Schule leider ziemlich häufig der Fall ist. In den letzten Wochen habe ich besonders viel in der dritten Klasse unterrichtet, da diese Klasse zur Zeit keine Klassenlehrerin hat. Auch wenn ich keine abgeschlossenes Lehramtsstudium habe (und es auch ursprünglich nicht angedacht war, dass ich unterrichte) unterrichte ich die Kinder so gut ich eben kann und mir macht die Arbeit mit ihnen großen Spaß. Außerdem finde ich glücklicher Weise immer Unterstützung bei den anderen Lehrerinnen, mit denen ich mich sehr gut verstehe.

Eine meiner Schwierigkeiten ist nach wie vor das Durchsetzten vor allem gegenüber den Jungs, irgendwie waren meine Reitschüler*innen zu Hause in Hagen doch immer umgänglicher, aber ich kann wohl kaum Reitunterricht mit Schulunterricht vergleichen. Aber auch wenn eine Unterrichtsstunde absolut chaotisch war und ich der Meinung war, dass ich es nicht geschafft haben den Kindern auch nur irgendetwas zu vermitteln, überraschen meine Schüler und Schülerinnen mich meistens damit, dass sie mir kurz vorm Klingeln doch die fertig bearbeiteten Aufgaben vorlegen. Ich freue mich dann innerlich immer wie ein kleines Kind!

Besonders gefreut habe ich mich auch darüber am vergangen Samstag (21.04.) mitzuerleben, wie der Hari Ibu Kartini (Feiertag zu Ehren von Frau Kartini) gefeiert wurde. Ibu Kartini (1879-1904) setzte sich ihrer Zeit für die Bildung von Mädchen und Frauen ein und gründete um 1903/1904 eine Mädchenschule. Bis dahin war es Mädchen und Frauen, wenn überhaupt, nur erlaubt bis zum 12. Lebensjahr die Schule zu besuchen und an ein Studium war nicht zu denken. (Keine Garantie für Richtigkeit der Angaben)

Jeden Falls tauschten ihr zu Ehren die Kinder an diesem Samstag ihre Schuluniformen gegen traditionelle Kleidung und putzten sich heraus wie die Großen. An diesem Tag fand kein normaler Unterricht statt sondern eine Upacara. Das heißt alle Schüler*innen und Lehrer*innen haben sich auf dem Fußballplatz der Schule aufgestellt, es wurde die indonesische Flagge gehisst und die Nationalhymne, sowie ein Lobpreislied auf Ibu Kartini gesungen. Zudem hat die Schulleitung die Kinder über den geschichtlichen Hintergrund und die Taten Ibu Kartinis und ihre Bedeutung unterrichtet. Bevor dann der Schultag zu Ende war haben die Lehrerinnen noch kleine Preis an die „am meisten herausgeputzten Schüler und Schülerinnen“ verliehen.

An dem darauffolgenden Montag und Dienstag hatten die Schüler*innen der ersten bis fünften Klasse dann frei, das lag jedoch nicht an den zuvor beschriebenen Feierlichkeiten, sondern daran, dass die Schüler*innen der sechsten Klasse zur nationalen Abschlussprüfung für die Grundschule antreten mussten. Hier für sind extra ein Lehrer und eine Lehrerin einer anderen Grundschule zu uns gekommen, um die Prüfung zu beaufsichtigen. Und während zwei Lehrerinnen unserer Schule ebenfalls zur Prüfungsaufsicht an eine andere Schule mussten, haben Ibu Kris und ich das Mittagessen für die Lehrer*innen und Schüler*innen vorbereitet. Normalerweise kommt dann noch die Polizei an jede Schule, um die korrekte Einhaltung der Prüfungsbedingungen zu kontrollieren, allerdings schien unsere Schule wohl vergessen worden zu sein. Anfang Mai müssen die 6.-Klässler dann weiter Prüfungen schreiben, meine Daumen bleiben also für sie gedrückt!

Mein Kirchenleben gestaltet sich aus 'normalen' Sonntagsgottesdiensten, gelegentlichen Hausgottesdiensten, bei einem Gemeindemitglied zu Hause und Jugendtreffen. Ein solches Jugendtreffen hatten wir auch Freitagabend (27.04.). An diesem Abend haben wir uns im Jugendraum der Kirche getroffen haben zusammen gesungen und gebetet und gruppendynamische Spiele gespielt. Zudem gab es eine Sharing-Runde bei der jeder etwas erzählt hat, was ihn gerade beschäftigt oder was die anderen vllt. interessieren oder gegebenenfalls weiterbringen könnte. Ich zum Beispiel habe die Unterschiede zu meinem Bezug zur Kirche in Deutschland und meinem Bezug zur Kirche in Indonesien erklärt und wie sich dieser verändert hat seit ich in Indonesien bin. Solche Jugendtreffen sind für mich immer ein wichtiger Kontakt zu Gleichaltrigen hier und ich bin mehr als froh darüber, dass die Jugendlichen meiner Gemeinde hier sehr aktiv sind!

In meiner Freizeit, die mir neben der Schule und den Veranstaltungen im Rahmen der Kirche bleibt, helfe ich meiner Gastmutter zu Hause im Haushalt oder ich lese, zeichne oder mache worauf ich sonst noch gerade so Lust habe. Außerdem fahre ich zweimal die Woche ins Fitnessstudio und treffe mich hin und wieder mit Freundinnen. Wenn ich mich mit Freunden treffe ist es eigentlich genauso wie in Deutschland: Wir gehen zusammen etwas essen, in die Mall, ins Kino oder sind einfach bei irgendwem zu Hause und quatschen.

So, sobald ich Zeit (und genug Internet) habe wird in den nächsten Tag auch mein zweiter Rundbrief folgen, in dem ich einige Sachen nochmal genauer beschreibe.

Sollten bei euch Fragen über mein Leben, meine Arbeit oder allgemein über den entwicklungspolitischen Freiwilligendienst aufkommen, schreibt mir auf jeden Fall, ich freue mich mich mit euch auszutauschen!

Ganz liebe Grüße! Eure Annika Smile

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