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Erster Monat, erste Eindrücke

Autor: AnnikaW | Datum: 17 Dezember 2017, 23:34 | 2 Kommentare

Einen Monat habe ich nun schon hier in Malang verbracht und es wird Zeit euch endlich von meinen ersten Eindrücken hier zu berichten. Bitte bedenkt beim Lesen, dass alles was ich im Blog schreibe meine persönlichen Eindrücke sind und nicht verallgemeinert werden sollten!

Meine Ankunft hier war sehr schön. Meine Mitfreiwillige und jemand aus der Kirchengemeinde der GKJW (Gereja Kristen Jawi Wetan) haben mich am Flughafen herzlich in Empfang genommen und nach weiteren drei Stunden Autofahrt sind wir in Malang, der Stadt in der ich von nun an bis Ende August leben werde, angekommen. Meinen Einstieg hier habe ich auf dem Gelände des Kirchenbüros der GKJW verbracht. Ich wohne in einem kleinen aber schönen Gästehaus. Außer mir wohnen auf dem Gelände noch mehrere Familien, die alle irgendeine Funktion in der Kirche haben, von Pfarrersfamilien bis hin zum Generalsekretär der Kirche. Am 20.12. werde ich nun in meine Gastfamilie umziehen und kann es kaum erwarten diese endlich kennenzulernen.

Einen Alltag konnte ich noch nicht richtig entwickeln. Nachdem meine Mitfreiwillige nach Mojowarno an ihre Einsatzstelle umgezogen ist, habe ich von Montags bis Freitags immer Abends ein bis zwei Stunden Sprachunterricht erhalten. Nach einem Monat ist mein Indonesisch nun zwar schon besser, aber fließend kann ich natürlich immer noch nicht sprechen – leider. Abgesehen von dem Unterricht hatte ich dann viel Zeit für mich. Hauptsächlich habe ich gelesen oder für mich alleine Indonesisch gelernt. Alleine irgendwohin zu gehen oder zu fahren, abgesehen vom Supermarkt, gestaltet sich noch ein bisschen schwierig, da sich das öffentliche Verkehrssystem mir noch nicht so richtig erschlossen hat und meine Sprachkenntnisse noch nicht ausreichen, um unterwegs irgendetwas nachzufragen.

Die Stadt Malang gefällt mir sehr gut und hat einen besonderen Charme. Mein erster Eindruck ist, dass sich hier Traditionelles mit Modernem mischt. So gibt es zum Beispiel neben großen Shoppingmalls, die genauso aufgebaut und ausgestattet sind, wie Malls in Deutschland, und Supermärkten, die einem Kaufpark / Rewe ähneln, auch große traditionelle Märkte, wo Lebensmittelund Haushaltssachen verkauft und verhandelt werden. In Malang gibt es mehrere Universitäten und so gilt Malang quasi als ''Studentenstadt'', was sich in vielen kleine Cafés und Restaurants widerspiegelt. Auch ist Malang bekannt für seine Sehenswürdigkeiten, Äpfel und Bakso (spezielle Fleischbällchen). Ich freue mich schon darauf noch mehr in das Leben hier eintauchen zu können.

Das Essen hier ist wirklich sehr lecker und bisher vertrage ich alles sehr gut. Neben Reis, den es tatsächlich täglich gibt, gibt es hier sehr viel leckeres Gemüse und noch viel mehr leckeres Obst, das es in Deutschland nicht gibt und ich weiß jetzt schon, dass ich es vermissen werden wenn ich wieder zurück bin! Meine Lieblingsgerichte sind bisher zum einen ein Gericht, das sich aus gebratenem Gemüse, Erdnusscrackern, Sojabohnenkuchen (Tempe) und einer Erdnusssoße zusammensetzt und zum anderen ganz klassisch Nasi goreng (gebratenen Reis), den es hier in ganz vielen verschieden Variationen gibt. Obwohl ich in Deutschland vegetarisch gelebt habe, habe ich meinen Vorsatz wahr gemacht, hier wieder Fleisch zu essen, da ich denke dass das Essen ein wichtiger Bestandteil einer Kultur ist und ich möchte keine Erfahrung während meines Auslandsjahres auslassen. Ich habe keine Probleme damit Fleisch zu essen, daher konnte ich schon viele leckere Sachen wie Sate (Fleischspieße) oder Bakso (Fleischbällchen für die Malang bekannt ist) probieren. Die Leute hier scheine mir alle sehr stolz auf ihr Essen zu sein, zu Recht wie ich finde, und ich finde es schön zu sehen, dass das Essen einen ganz anderen Stellenwert hat als in Deutschland.

Der Straßenverkehr hier hat mich von meinem ersten Tag an stark fasziniert und ich stauen jeden Tag neu darüber, wenn ich unterwegs bin. In Indonesien herrscht Linksverkehr, was für mich schon mal sehr ungewohnt ist. Hinzukommt, dass ein scheinbares Chaos auf den Straßen herrscht. Es ist sehr, sehr voll: überall sind Motorräder, Mofas und Autos. Darunter mischen sich noch Becaks (Fahrradrikscha), überbeladene Transporter und ab und zu Pferdewagen (das aber eher außerhalb). Den größten Anteil am Verkehr haben aber sicherlich Autos und Motorräder. Manchmal habe ich den Eindruck, gegenüber den Motorrädern stellen die Autos echte Verkehrshindernisse dar. Fußgängerwege an den Straßenrändern gibt es eher selten und ich habe den Eindruck, zu Fuß gehen ist das Gefährlichste und Unüblichste was man hier machen kann. Aber das Chaos hat ein System und dann ist es auch gar nicht mehr so chaotisch. Motorräder sollten immer auf der linken Fahrbahnseite fahren, Autos auf der rechten. Wer überholt oder jemand anderen warnen möchte der hupt. Die Verkehrsschilder entsprechen den internationalen Schildern und Ampeln und Kreisverkehre gibt es natürlich auch. An vielen Stellen wird der Verkehr von Polizisten oder jungen Männern mit Trillerpfeife geregelt. Vor ihnen habe ich große Respekt, denn ich würde mich hier nicht auf die Straße stellen und mit einer Trillerpfeife Autos anhalten und lotsen, aber sie regeln den Verkehr sehr gut.

Highlights habe ich alleine in diesem einen Monat schon viele erlebt, zum Beispiel:

Kampung Warna Wanitas habe ich zusammen mit meiner Nachbarin besucht. Das Viertel wird hier als ''Slum''-Viertel bezeichnet, aber vor einigen Jahren hat eine Universität mit Hilfen von Farbspenden durch den Staat die Häuser, Dächer, Wege, Treppen..einfach alles.. bemalt. Dadurch ist das Viertel zu einer kleine Attraktion geworden und den Bewohnern kommt das Eintrittsgeld, was man zahlen muss und der Erlös aus verkauften Snacks und Getränken zu Gute. Natürlich ist dies keine richtige Lösung gegen die Armut, aber ich finde es doch eine gute Idee.

• Zusammen mit Lina habe ich ein Charity Concert der VEM und United Action in Surabaya besucht.

• Bei der Familie von Grace, einem Mädchen in meinem Alter mit dem ich mich sehr schnell und gut angefreundet habe, durfte ich die javanisch-christliche Tradition des Food-Sharings in der Vorweihnachtszeit miterleben. Hier bei wurde sehr viel, sehr gutes Essen gekocht und in kleine Pakete verpackt, die Grace und ich anschließend an Freunde und Verwandte der Familie in der ganzen Stadt verteilt haben.

• Ein Besuch des Freitzeitparks Jatim Park 2 inkl. Zoobesuch habe ich mit einem Freund von mir, den ich letztes Jahr im September in Hagen während einer Jugendbegegnung mit Jugendlichen aus Sumatra kennengelernt habe, verbracht. Da er zur Zeit in Surabaya arbeitethat er mich mit seiner Schwester zusammen besucht und es war ein wirklich schöner Tag.

Ich könnte jetzt noch viel mehr große und auch kleine Highlights aufzählen, aber ich denke, dass das den Rahmen sprengt, denn auch schon Kleinigkeiten wie ein gutes Essen, ein nettes Gespräch, eine lustige Motorradfahrt, ect. sind für mich schon kleine Highlights.

Probleme hatte ich bisher nicht wirklich. Mich stört nach wie vor das Problem der Sprachbarriere, da ich mich oft nicht so ausdrücken oder unterhalten kann, wie ich es gerne wollte, weil mein Indonesisch noch zu schlecht ist und viele Leute (vor allem ältere Leute) hier kein Englisch sprechen. Dadurch fühle ich mich manchmal ein wenig isoliert. Jedoch denke ich, dass sich das mit der Zeit ergeben wird und die Leute hier sind wirklich alle sehr nett und immer bemüht um mich. Natürlich fühle ich mich dennoch manchmal einsam oder bekomme Heimweh, aber ich denke, das ist vor allem in der Anfangszeit normal und es ist nicht sonderlich schlimm. 

Im Großen und Ganzen geht es mir hier sehr gut und ich fühle mich wohl. Nun hoffe ich, dass ich mich auch bei meiner Gastfamilie wohlfühlen werde und wir gut mit einander auskommen. Anfangen zu Arbeiten werde ich leider erst nächstes Jahr, da die Schule jetzt Ferien hat. Neben der Schule werde ich dann wahrscheinlich auch in einem Krankenhaus arbeiten. Ich freue mich schon darauf.

Schön, dass ihr es bis hierher durchgehalten habt! Ich danke euch für euer Interesse an meinem Blog und meinen Erfahrungen! Bei Fragen könnt ihr mir gerne schreiben, ich bin nach wie vor über alle sozialen Medien (Email, Whatsapp, Facebook,...) zu erreichen.

Herzliche Grüße aus dem warmen Malang und allen noch eine schöne Adventszeit und frohe Weihnachten!

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